Potsdam versinkt in Nikoläusen
Die Hamburger Wasserball-C- und D-Jugend fuhr
zum Weihnachtsturnier in Potsdam am 16. Dezember 2006


von Philipp Kopf

Etwas überstürzt entfloh die Hamburger Wasserballjugend dem heimischen Weihnachtsstress zu einem hockarätigen Turnier in Potsdam. Die Fahrt war erfolgreich und das Turnier gut besucht und vorbildlich organisiert. Letzteres trifft nicht unbedingt auch aufs Protokoll zu.
Zwei C- und eine D-Jugendmannschaften waren von Hamburg gemeldet. Innerhalb kürzester Zeit stand die Truppe. Um dann in noch kürzerer Zeit, nämlich in der Nacht vor dem Turnier, wundersam wieder zusammen zu schrumpfen. Mit 13 C- und sieben D-Jugendlichen ging es schließlich los. Das Ziel war möglichst viel zu spielen und mit dieser personellen Besetzung war es fast unmöglich, dieses Ziel zu verfehlen.
Alles, was im ostdeutschen Wasserball einen Namen hat, war dabei.
Und wir.
D.h. der Hamburger Schwimmverband mit einer bunten Truppe aus den drei Vereinen HTB62, Sportteam und SV Poseidon. Frohgemut ging es zu Wasser.
In der ersten Viertelpause war die Laune noch gut...
...und auch Torwart Petar kam immerhin fast bis zum Bauchnabel raus.
Die C-Jugend hatte es nicht leicht. Wirklich gut eingespielte Gegner standen ihr gegenüber und machten ihr viele unerwartete Schwierigkeiten. Das erste Spiel gegen Spandau ging gleich mit 2:13 den Bach runter. Und das bei nur zehn Spielminuten. Gleich danach ein 0:10 gegen Neukölln. Da hätte man rein rechnerisch gar nicht anfangen brauchen.
Es gab aber auch Lichtblicke. Ein langweiliger 13:0-Sieg gegen Dresden und eine spannende 5:9-Niederlage gegen Magdeburg. Viele anstrengende Spiele und ein gutes Training für die Jungs.
Das Turnier endete mit zwei verdienten Platzierungen auf Rang sechs und acht. Für das nächste Jahr sollte man sich merken: Hier kommt man nur mit einer gut eingespielten Mannschaft weiter, nicht mit so einer Patchwork-Truppe.
Im dritten Spiel Ernüchterung. Sind wir richtig auf diesem Turnier?
Und was sagen
die Weight Watchers dazu?
Die D-Jugend konnte die Mannschaft aus Brandenburg mit 9:0 als Einspielgegner nutzen und startete so mit einem angenehmen Ergebnis ins Turnier. Das war gut, denn die Hamburger Mannschaft hatte keinen Spieler auf der Ersatzbank.
Das zweite Spiel sollte den Hamburger Jungs mit dem SC Wedding einen potenteren Gegner bieten. Das Spiel war ein Hammer. Erst lagen die Jungs mit 0:2 zurück, holten aber in einer echten Kraftpartie auf. Das Spiel endete mit 5:5 und zwei sichtlich ärgerlichen Trainern auf beiden Seiten.
Egal, Hauptsache spielen.
Das galt auch für die D-Jugend.
Leider wurde bei diesem Spiel beim Protokoll etwas geschlampt und ein Hamburg-Tor dem Gegner gut geschrieben. Als das falsche Ergebnis eine halbe Stunde später veröffentlicht wurde, konnte der Turnierleiter nur auf das Protokoll verweisen. Oder den Trainer der Gegner.
Dieser junge Mann hatte leider nicht das Rückgrat, das offensichliche Unentschieden einzugestehen und lächelte breit: "4:6" Warum er sich dann nach dem Spiel so geärgert hatte, konnte er nicht erklären...
Auch der offenbar überforderte Schiedsrichter, der uns im Spiel während einer Überzahl sogar die 30-Sekunden-Regel erklären wollte, lächlte "4:6". Mafiöse Strukturen...?
Jedenfalls war da offensichlich nichts zu machen. In den nachfolgenden Spielen saßen unsere Leute hinterm Protokolltisch, was der schreibenden Dame so manche Schweißperle auf die Stirn trieb. Das nächste Spiel endete nämlich dann wirklich mit 4:6.
Aber es ging ja nur ums Spielen und Spaß haben. Und den hatten die Jungs auch am Ende im Spiel um Platz 5, welches sie verdient mit 8:5 gegen Schöneberg verloren. Und fertig waren sie hinterher.
Die Potsdamer Schwimmhalle ganz im schrillen Ostalgie-Design, das bestimmt so manche Augen sozialistischer Sportfunktionäre zum Leuchten brachte.
Es war ja nu ein Weihnachtsturnier. Entsprechend gab es für alle Teilnehmer als kollektiven Hauptgewinn einen Schoko-Nikolausi.
Hamburg hatte die weiteste Anreise. Die Jungs hatten am Ende am wenigsten Lust zu warten. Also empfahlen wir uns, ohne die Nikolausvergabe abzuwarten.
Liebe Potsdammer, Ihr habt doch sicher eine quirlige E-Jugendmannschaft, die sich über den Schokosegen freut.
Ergebnisse der C-Jugend
Spandau 04
Hamburg 2
13 : 2
Neukölln 1
Hamburg 1
10 :0
Dresden
Hamburg 1
0 : 13
Hamburg 2
Magdeburg
5 : 9
Hamburg 1
Brandenburg
3 : 7
Dresden
Hamburg 2
1 : 7
Hamburg 1
Magdeburg
0 : 13
Hamburg 2
Neukölln 2
1 : 5
Damit endete das Turnier für Hamburg 1 auf Platz 6 und für Hamburg 2 auf Platz 8.
Ergebnisse der D-Jugend
Brandenburg
Hamburg
0 : 9
Hamburg
Wedding
4 : 6 / 5 : 5 / ?
Hamburg
Neukölln
4 : 6
Schöneberg
Hamburg
8 : 5
Damit endete das Turnier für Hamburg auf Platz 6.
Trainer: Jan Vieth und Philipp Kopf
Danke an den HTB62 und den SV Poseidon für das Überlassen der Vereinsbusse.
Was wäre der Hamburger Schwimmverband ohne Evi? Aufgeschmissen.
Tapfer lenkte sie ihr Fahrzeug zu Unzeiten nach Potsdam und zurück und stand den Teams stets zur Seite.