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Abgetaucht im wilden Osten
Die Hamburger Wasserball D-Jugend
beim 6. Zwergenpokal in Plauen
Plauen liegt in Sachsen. Dort gibt es ein alljährliches und hochkarätiges Turnier der jüngsten, überregional spielenden Jugendklasse. Landesverbände aus ganz Deutschland treten dort mit ihren Auswahlteams gegeneinander an. Auch Hamburg schickte die wohl besten zwölf Spielerinnen und Spieler dieses Jahrganges (93 u. jü.) in den wilden Osten zum gemeinsamen Kräftemessen mit der Deutschen Konkurrenz.
Es wurde ein sehr sonniges, sportlich anspruchsvolles und insgesamt sehr lohnendes Wochenende für Hamburgs Nachwuchs.

Bevor es auf diese Reise ging, kamen etwa 30 Mädchen und Jungen zum dreimaligen Auswahltraining ins Dulsbergbad. Als die besten 13 feststanden ging es nach draußen zum gemeinsamen Verbandstraining. Am Ende konnte es endlich losgehen. Elf Spieler und eine Spielerin aus fünf Hamburger Vereinen hatten 550 Kilometer Anreise abzureißen. Da muss schon mal einen Tag die Schule ausfallen. Wie schade.

Im Plauener Stadtteil Preißelpöhl (sprich: Breiselbööl) steht ein kleines, aber nagelneues Freibad. Dort fand unter professionellen Bedingungen das Turnier statt. Hamburg hatte in seiner Vorrundengruppe vier teils heftige, teils völlig unbekannte Gegner.
Los ging es am Freitagabend, den 9. Juni um 18 Uhr. Ein Termin den Fußballfans vergöttern. Für unsere Wasserballer bedeutete er: Anschwimmen. Und nach zehn Sekunden war der Ball bereits das erste Mal im Tor der Gegner. Danach brach das Team völlig ein und verlor die erste Spielhälfte mit 1:5. Kein Wunder, man war trotz Pausenstop an der Raststätte mit Freibad überhaupt nicht eingespielt. Nur mühsam konnte man das Spiel gegen den eigentlich leichten Gegner aus Hessen an ein 4:5 heranretten. Trotzdem verloren.
Übernachtet wurde in einem Plauener Lehrhotel im fluffigen Plattenambiente der neuen Bundesländer und dem Charme eines umgefallenen Sacks Zement. Trotzdem fühlten wir uns in diesem Hause sehr wohl, denn das Personal war jung und locker, die Stimmung fröhlich und alles voller Wasserballer.
Zurück zum Ernst, denn eigentlich wollten wir Hamburg würdig vertreten.
Eine Stunde musste sich die Mannschaft taktisches Gedröhne ihrer Trainer hinter der Magnettafel anhören. Defensive und offensive Varianten. Positionsbestimmung. Absprache. Genützt hat es nichts. Das Spiel gegen die Mannschaft mit dem illustren Namen Ostsachsen ging voll in die Grütze mit 10:2. Ein Zusammenspiel war nicht einmal zu erahnen. Lange Gesichter bei der Mannschaft und ernste Besorgnis beim Trainerstab. Schließlich stand das Spiel gegen die hypertrainierten Potenzpillen aus Niedersachsen bevor.
Genau dieses Spiel gegen Niedersachsen wurde von den Trainern von vornherein verloren gegeben. Das war auch gut so, denn nun konnte sich die Mannschaft auf klare Aufgaben festlegen. Eine klare defensive Aufstellung war gefordert. Das Ergebnis von 19:2 klingt zwar völlig anders, aber das Team bereitete den Niedersachsen zumindest Schwierigkeiten. Und das Team spielte zum ersten Mal über die ganze Spielzeit hinweg zusammen. Soweit prima.
Und danach hieß es raus aus dem Irrenhaus. Wenn man schon den Äquator überquert, will man schließlich mehr als bloß ein Freibad sehen. Ein Ausflug zur größten Ziegelsteinbrücke der Welt stand auf dem Programm. Das Gemäuer ist schlappe 155 Jahre alt und besteht aus 26 Millionen Steinen. Nicht erst bei dieser Sightseeingtour zeigte sich, dass unsere Mannschaft gut zusammen passte. Keine Zicken, kein Vereinsgemeier. Die Trainer sind sich einig: Mit dieser Truppe könnte man Pferde stehlen.
Zurück im Bad. Wieder eine taktische Vorüberlegung. Und es zeigte sich, dass das Niedersachsenspiel genau das war, was die Mannschaft brauchte - ein Tritt, der zur Zusammenarbeit zwingt. Mit stolzen 13:2 Toren gewann die Mannschaft gegen die zweite Mannschaft aus Südwestfalen. Und einem verknoteten Tabellenstand war es zu verdanken, dass Hamburg am nächsten Tag letztendlich um Platz 5 spielte. Dank dem besseren Torverhältnis, das sich das Team im Niedersachsenspiel erkämpfte. Die anderen Mannschaften verloren gegen Niedersachsen noch höher.
Das entscheidende Spiel gegen Brandenburg. Wieder ein unbekannter Gegner. Es zeigte sich aber schnell, dass es ein lösbaren Problem darstellte.
Dummerweise war die Disziplin aus den vorhergehenden Spielen weggeblasen und jeder Fehler wurde mit einem Gegentor bestraft.
Dazu kam eine Flut von persönlichen Fehlern und sehr schnell hatten mehrere Spieler gleich zwei davon auf der Uhr. Das Hamburger Team rettete ein 7:7-unentschieden über die Zeit. Es war ein Finalspiel und das bedeutete: Fünf-Meter-Schießen.
Der Krimi von Plauen: Fünf Schützen immer abwechselnd. Treffer oder vorbei auf beiden Seiten und nach den insgesamt zehn Versuchen immer noch unentschieden. Dem Glück und unserem Goalgetter Daniel war es zu verdanken, dass Hamburg schließlich auf dem fünften Platz landete.
Die Stimmung war bei der langen Rückreise natürlich gut und die Trainer waren sich gewiss, dass Hamburg sich im wilden Osten prima verkauft hatte. Dank dieses Teams:
Dabei waren:
Niels, Finn, Antonio, Daniel, Leon, Marvin, Gordon, Jerome, Fabian, Lutz, Paulina und Jan-Lucas
aus den Vereinen:
Altonaer TSV, GH Billstedt, HTB62, Sportteam und SV Poseidon.
Trainer: Gregor Wilke und Philipp Kopf
Wir danken
der stets unermüdlichen und korrekt dolmetschenden Evi Wehmeyer für die fantastische Begleitung, spontane Hilfe und Aufmunterung im wilden Osten,
dem SV Poseidon für den Sponsorbus und die Gastfreundschaft am Olloweg,
dem HTB62 für den Sponsorbus und die Gastfreundschaft im Kiwittsmoor,
den Ausrichtern vom sächsischen Schwimmverband für das tolle Turnier.

 

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