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5. Wettkampftag (29.03.07)
von Kai Steinbrunn

Zusammenfassung

"Ich bin wirklich glücklich, dass es für das Finale gereicht hat. Knapp genug war es ja. Nach meinem Semifinallauf war ich auf Platz 5. Im zweiten Lauf waren drei Mädels am Start, von denen ich wusste, dass sie schneller sein würden. Also stand ich beim deutschen Fernsehen und schaute gespannt auf die Monitore."

Sie werden es längst erkannt haben, liebe Leser, diese Worte stammen von Birte Steven, die sich heute über 200m Brust für ihr erstes großes internationales Finale qualifizieren konnte.

"Damit habe ich mein großes Ziel für diese WM eigentlich schon erreicht. Im Finale werde ich mit der gleichen Taktik, wie schon im Vorlauf schwimmen."

Birte ist die beiden heutigen Rennen taktisch unterschiedlich geschwommen. Im Vorlauf machte sie von Anfang an Druck und ging mit einer 1:11,0 (bei 100m) ziemlich schnell an. Auch nach 150m (1:48,1) sah es noch nach einer sehr schnellen Zeit aus. Auf den letzten 50m konnte Birte dieses Tempo dann aber nicht mehr halten und brach ein wenig ein (2:27,85).
Nach Rücksprache mit ihrem Trainer, dem Hamburger Chefcoach Carsten Gooßes, legte sie das Halbfinale dann grundsätzlich anders an und ging etwas verhaltener an, in der Hoffnung, so auf den letzten 50m noch mehr herausholen zu können. Das Ergebnis war mit 2:27,62 nur geringfügig besser.

Im Endlauf wird Birte also wieder auf die Vorlauftaktik zurückgreifen. Ein Finale hat immer seine eigenen Gesetze und vielleicht beflügelt dieser Erfolg Birte ja auch und hilft ihr auf den letzten 50m. Am Daumendrücken in ihrer Wahl-Heimat Hamburg wird es sicher nicht mangeln!

Neben diesen 200m Brust der Frauen, gab es aus deutscher Sicht aber auch noch einige weitere interesante Ergebnisse.

Mit Britta Steffen stieg heute der "Goldfisch von Budapest" oder auch "The german machine", wie sie in der australischen Presse betitelt wird, über ihre Hauptstrecke, die 100m Freistil ins Wasser. Erwartungsgemäß konnte sie sich mit 0:54,60 im Vorlauf und 0:54,05 im Semifinale als drittschnellste für das morgige Finale qualifizieren. Natalie Coughlin (USA) schwamm dabei im Halbfinale die schnellste Zeit und blieb mit 0:53,40 nur um 1/10 über dem Weltrekord von Britta Steffen. Die Einschätzung der Schwimmexperten im Vorfeld der WM, dass die 100m Freistil der Damen nur mit Weltrekord gewonnen werden können, dürfte sich nach aller Voraussicht bewahrheiten. Welche der jungen Damen (Coughlin, Lenton, Veldhuis, Henry, Steffen) es dann am Ende sein wird, oder ob womöglich noch eine der nicht genannten Finalistinnen das Rennen machen wird - wir werden es gespannt beobachten!

Die 100m Freistil waren jedoch nicht das einzige Rennen, das heute für Britta Steffen auf dem Programm stand. Gemeinsam mit Meike Freitag, Petra Dallmann und Annika Lurz stand sie im Finale über 4x200m Freistil. Am Ende reichte es für die DSV-Damen zur Silbermedaille, hinter der Staffel der USA, die in 7:50,09 dazu auch noch den Weltrekord der deutschen Mädels deutlich unterbot.
Die Einzeleistungen in dieser Staffel waren ein bisschen ein Spiegelbild der derzeitigen Leistungsunterschiede in der Nationalmannschaft. Während Annika Lurz und Britta Steffen sehr gute Einzelzeiten zum Erfolg beisteuerten, konnten Meike Freitag und vor allem die Heidelbergerin Petra Dallmann bei weitem nicht an ihre Bestleistungen anknüpfen.

Das Semifinale über 200m Rücken der Herren fand ohne deutsche Beteiligung statt. Helge Meeuw (Platz 25 in 2:02,34) und leider auch Jens Thiele (Platz 26 in 2:04,02) schieden bereits in den Vorläufen mit desolaten Leistungen aus.

Die Chronistenpflicht gebietet auch noch den Hinweis auf den 35. Platz von Johannes Neumann über 200m Brust in 2:17,72. Eine Zeit, die mehr als 3 Sekunden über seiner persönlichen Bestzeit liegt.

Für das Finale über 50m Rücken hatte sich die frisch entthronte Weltrekordlerin Janine Pietsch qualifiziert. In einem für sie sicher völlig verpatzten Rennen kam sie aber leider nicht über einen 8. Platz hinaus. Die Goldmedaille ging an Leila Vaziri (USA), die in 0:28,16 ihren eigenen im Semifinale geschwommenen Weltrekord einstellte.

Michael Phelps war es dann über 200m Lagen, der für einen weiteren Weltrekord sorgte. Mit 1:54,98 blieb er fast 1 Sekunde unter seiner eigenen Bestmarke vom August 2006.

Wir freuen uns morgen auf ein spannendes Finale über 200m Brust und drücken Birte Steven alle verfügbaren Daumen!
Ein schwimmsportlicher Leckerbissen wird darüber hinaus sicher das Finale über 100m Freistil der Damen mit Britta Steffen. Nach den bisher gezeigten Leistungen zu urteilen, ist der Kampf um die Medaillen in diesem Rennen völlig offen!

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