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2. Wettkampftag (26.03.07)
von Kai Steinbrunn

Zusammenfassung

Auch am zweiten Wettkampftag gab es aus deutscher Sicht leider mehr Schatten als Licht. Immerhin - eine erfreuliche Finalqualifikation gab es heute zu vermelden, doch dazu später mehr.

Los ging es am Vormittag zunächst mit den Vorläufen über 100m Rücken der Damen. Für den DSV waren hier Antje Buschschulte und Janine Pietsch am Start. Während Antje sich in 1:01,94 als 12. für das Semifinale qualifizieren konnte, schied Janine in für ihre Verhältnisse indiskutablen 1:02,79 als 21. aus.
Für die Magdeburgerin Buschschulte war dann allerdings im Semifinale auch Schluss. Ihre Zeit von 1:01,71 reichte nur zum Platz 13. Vor zwei Jahren wurde sie in Montreal noch in 1:00,84 Vizeweltmeisterin - was in diesem Jahr immerhin noch als sechste zum Einzug in das Finale gereicht hätte.
Besonders bemerkenswert war sicherlich die Leistung der erst 15-jährigen Emily Seebohm (AUS), die in 1:00,51 die schnellste Zeit in den Semifinals schwamm.

Von ihrem Freund Helge Meeuw wird Antje Buschschulte heute keinen großen Trost erwarten können. Nach 0:55,11 im Vorlauf, stand für den Frankfurter nach dem Semifinale eine Zeit von 0:55,37 und damit der enttäuschende 15. Rang zu Buche. Mit dieser Zeit verfehlte Meeuw seine Bestzeit um fast 2 Sekunden.
Wirklich Pech hatte dagegen Steffen Driesen, der über die gleiche Strecke das Finale in 0:54,97 nur um 5/100 verpasste.

Ähnlich ungläubig, wie Helge Meeuw schaute Janne Schäfer nach ihrem Semifinale über 100m Brust auf die Anzeigetafel. Eine 1:10,32 waren bei einer Bestzeit von 1:08,10, die sie erst im November 2006 bei den Wiintermeisterschaften aufgestellt hatte, eine mittlere Katastrophe.
Mit 1:09,46 und Platz 14 blieb Birte Steven als zweite deutsche Starterin in diesem Semifinale durchaus im Bereich ihrer Möglichkeiten. Sie konzentriert sich vor allem auf ihre Spezialstrecke, die 200m Brust am Donnerstag. "Birte fühlt sich noch nicht so richtig wohl im Wettkampfbecken. Eine Zeit um 1:09,4 sollte aber trotzdem über die 100m drin sein", hatte der Hamburger Chefcoach Carsten Gooßes noch am heutigen Morgen vor dem Rennen prophezeit.

Die Finals über 100m Brust und 50m Schmetterling der Männer, sowie 100m Schmetterling und 200m Lagen der Frauen fanden leider ohne deutsche Beteiligung statt (wir berichteten).

Zum guten Schluss wollen wir jetzt aber auch zu DER erfreulichen Nachricht des Tages kommen: Paul Biedermann (SV Halle) hat sich heute über 200m Freistil in eindrucksvoller Manier für das morgige Finale qualifiziert. Mit 1:48,43 schwamm er dabei eine sehr gute Zeit und hat sich für das Finale noch einiges vorgenommen. Das Interview direkt nach dem Rennen nutzte der junge Hallenser, um seinem Heimtrainer Frank Embacher zu grüßen und anzukündigen, dass die 1:48-Marke sein nächstes Ziel ist. Bis zum Deutschen Rekord von Michael Groß (1:47,44) aus dem Jahr 1984 ist es natürlich noch ein gutes Stück. Mit Paul Biedermann aber gibt es nach vielen Jahren der Durststrecke endlich einmal wieder einen Schwimmer in der Nationalmannschaft, der als ernsthafter Kandidat für diesen Rekord gehandelt wird.

Trotz der Rückschläge der letzten beiden Tage empfehlen wir Ihnen auch weiterhin die Live-Übertragungen aus Melbourne. Ob mit oder ohne deutsche Beteiligung - großartiger Schwimmsport wird uns sicher auch weiterhin geboten.

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