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5. Wettkampftag (15.04.07)
von Kai Steinbrunn

Birte Steven (AMTV-FTV) schwamm heute im Finale über 200m Brust in 2:25,33 zu einem neuen Deutschen Rekord! Wir gratulieren ganz herzlich!

Vielleicht sollte man einen solchen Vergleich nicht anstellen – aber mit dieser Zeit hätte sie in Melbourne die Silbermedaille geholt!

Bereits heute Vormittag war Birte als Vorlaufschnellste mit 2:27,93 mehr als vier Sekunden schneller als ihre Konkurrentinnen und erntete dafür Lob vom Cheftrainer des DSV, Örjan Madsen.

Das Finale ging sie heute Nachmittag äußerst couragiert an. Die ersten 100m absolvierte sie in sehr schnellen 1:10,56 und ging bei 150m mit etwa 1:47,5 um die Wende. Damit wählte sie die gleiche Renntaktik, wie im Finale in Melbourne. Diesmal brach sie jedoch auf den letzten Metern nicht mehr so stark ein und konnte das hohe Tempo halten. Der Lohn war der Deutsche Rekord.

„Das ist ein Riesenerfolg für Birte und unsere Trainingsarbeit“, freute sich der Hamburger Chefcoach Carsten Gooßes. „In den letzten Tagen nach ihrer Rückkehr aus Melbourne hat Birte hauptsächlich locker trainiert. Warum diese Leistung jetzt und nicht schon in Melbourne abgerufen werden konnte, kann ich noch nicht sagen. Allerdings arbeiten wir beide auch erst seit letztem August zusammen“
Birte machte jedenfalls noch im Wasser nach dem Zielanschlag deutlich, bei wem sie sich bedanken wollte und jubelte mit gestreckter Faust in Richtung auf das Hamburger Lager am Beckenrand.

War es Zufall oder hatte da jemand eine Vorahnung? Jedenfalls wurde die Siegerehrung für die 200m Brust vom 1. Vorsitzenden des Hamburger Schwimmverbandes, Frank Hartl durchgeführt, der sich über diesen Erfolg der Wahl-Hamburgerin sichtlich freute.

Für einen weiteren Deutschen Rekord sorgte einer, der hier in Hamburg auch kein Unbekannter ist: Marco di Carli (SG Frankfurt). Über 100m Freistil knackte er erstmals die 49-Sekunden-Marke und schraubte den Deutschen Rekord auf 0:48,88. Bereits im Vorfeld der DM hatte er angekündigt, bei der DM "richtig schnell zu sein". Die verpasste WM-Qualifikation hatte ihn doch erheblich gewurmt und offensichtlich mächtig motiviert.

Der Deutsche Rekord von Birte Steven war so etwas wie die Krönung für eine durchaus gelungene Vorstellung der Hamburger Athleten bei den 119. Deutschen Meisterschaften in Berlin. Zuvor hatte ja bereits Jens Thiele (SV Eidelstedt) den Titel über 200m Rücken und eine Bronzemedaille über 200m Lagen erschwommen.

Lisa Bronowski (AMTV-FTV) konnte ihre persönlichen Bestzeiten über 50m Brust und 100m Schmetterling deutlich verbessern und kann ebenfalls sehr zufrieden mit ihrem Abschneiden sein.

Aber auch der Hamburger Nachwuchs zeigte, dass das Leistungssportkonzept des Hamburger Schwimmverbandes offensichtlich Früchte trägt. Einige der Athleten konnten ihr Leistungsniveau stabilisieren und bei anderen waren deutliche Fortschritte zu erkennen. So konnten Leif Ahme (SV Poseidon) und die beiden Schüler der Eliteschule des Sports am Alten Teichweg, Marcel Luck und Sven Thöne (beide AMTV-FTV) mit zum Teil erheblichen Verbesserungen ihrer persönlichen Bestzeiten aufwarten und auch bei Markus Sievers und Philipp Kalweit (beide AMTV-FTV) zeigen die Ergebnisse eine deutlich aufsteigende Tendenz.

Alles in allem also eine äußerst erfolgreiche DM für den Hamburger Schwimmverband, die Mut macht und Antrieb für die weitere konsequente Umsetzung der Leistungssportkonzeption sein kann und sein muss.

„Das negativste an der Geschichte mit dem Rekord ist, dass ich nun nicht nach Hause kann, sondern auf die Dopingkontrolle von Birte warten muss", grinste der Hamburger Verbandstrainer Jörg Freyher am Abend nach dem Ende des letzten Abschnitts.

Hoffen wir, dass die beiden mittlerweile den Weg nach Hause gefunden haben.

Wir bedanken uns bei unseren Lesern für die geschätzte Aufmerksamkeit und hoffen Sie bald wieder auf unseren Seiten begrüßen zu dürfen.

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