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4. Wettkampftag (14.04.07)
von Kai Steinbrunn

Gleich zwei neue Deutsche Rekorde gab es am heutigen vierten Wettkampftag bei den 119. Deutschen Meisterschaften zu feiern.

Zunächst aber sorgte Britta Steffen im ersten Finale des heutigen Tages über 100m Freistil für den ersten Höhepunkt. Mit ihrer Zeit von 0:53,57 hätte sie im Finale bei der WM in Melbourne die Silbermedaille gewonnen. Hätte, wäre und wenn zählen jedoch nicht und so können wir der jungen Berlinerin immerhin eine absolute Weltklasseleistung im heutigen Finale attestieren.

Wer geglaubt hatte, dass der Weltmeister von 2005 über 50m Brust, Mark Warnecke, hier in Berlin mit einem Meistertitel seine große Karriere beenden würde, wurde leider enttäuscht. Gesundheitlich angeschlagen sagte der Essener Mediziner als Vorlaufschnellster seinen Finalstart ab. Die Angst, nicht ungeschlagen abtreten zu können, war wohl doch zu groß.

Und so war die Bahn frei für den 21-jährigen Hendrik Feldwehr (SSG Bremen/Bremerhaven), der sich in fulminanter Weise in 0:27,90 den Titel über die 50m Brust holte. Im Nachhinein betrachtet waren die Befürchtungen von Mark Warnecke also wohl gar nicht so unbegründet, hätte er sich doch schwer getan, den jungen Bremer im Finale zu schlagen.

Es folgte das Finale über 50m Brust der Frauen, in dem die beiden Hamburger Starterinnen Lisa Bronowski und Birte Steven (beide AMTV-FTV) die Plätze 7 und 8 belegten. Während Lisa vielleicht ein wenig enttäuscht war, dürfte dieses Rennen für Birte nur die Zwischenstation für ihr Hauptrennen, die 200m Brust am morgigen Sonntag gewesen sein.

Thomas Rupprath (SC Empor Rostock) war es dann im folgenden Finale über 50m Schmetterling, der für den ersten Deutschen Rekord des heutigen Tages sorgte. Er unterbot seine eigene Bestmarke aus dem Jahr 2005 mit 0:23,46 um etwa 1/10 Sekunde. Der Titelverteidiger Johannes Dietrich (Potsdamer SV) wurde in diesem Rennen disqualifiziert, da er nach dem Start weiter als die erlaubten 15m getaucht war.

Für einen echten Paukenschlag sorgte im Finale über 200m Lagen der Männer der Hannoveraner Kamil Kasprowicz. Mit 2:00,47 unterbot er den Deutschen Rekord von Christian Keller aus dem Jahre 1993 um mehr als eine halbe Sekunde. Jens Thiele (SV Eidelstedt), der in diesem Rennen direkt neben Kasprowicz schwamm, erreichte in 2:03,37 den 3. Platz. Nach der Schmetterlingsteilstrecke lag der Hamburger noch in Führung, büßte diese aber vor allem auf der Bruststrecke ein.

Nachdem die DM in den letzten Tagen vor fast völlig leeren Rängen stattfand, sorgte heute wieder einmal die Deutsche Schwimmjugend für eine hervorragende Stimmung und eine gut besetzte Tribüne. Zum Einen war die Brandenburger Schwimmjugend mit einer großen und lautstarken Gruppe angereist und zum anderen kamen Grundschulklassen aus allen Bundesländern hinzu, die von der Deutschen Schwimmjugend zu einer 8x50m Freistilstaffel nach den letzten offiziellen Wettkämpfen eingeladen worden waren. Der Spaß und die Begeisterung, mit denen die Kinder bei der Sache waren, steckten auch Deutschlands Topschwimmer an. Und so fanden sich mit Antje Buschschulte, Janne Schäfer, Helge Meeuw, Steffen Driesen und Stefan Herbst gleich 5 WM-Teilnehmer und mit Jörg Hoffmann ein ehemaliger Weltklasseschwimmer, die die Kinder anfeuerten und ihnen nach Beendigung des Wettkampfes ihre Preise übergaben.

Diese Gelegenheit ließen sich die etwa 140 Grundschüler natürlich nicht entgehen und so entstand für mehr als eine halbe Stunde auf der Startbrücke eine gewaltige Menschentraube. Die Spitzenschwimmer wurden nicht entlassen, bis nicht auch der letzte Knirps seine Autogramme hatte.

Heute ist es nicht der Putzdienst, der uns letzte Verbliebene zum Gehen auffordert, sondern die diskret abgeschaltete Beleuchtung. Diese letzten Zeilen tippe ich somit im Blindflug und verabschiede mich bis morgen Abend.

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