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Kurzbahn-Europameisterschaften
in Helsinki
7. - 10. Dezember 2006

Kai live am Samstag

Glücklich, wer heute im Mäkelänrinne Swimming Centre in Helsinki war, oder zumindest vor dem Fernseher die Live-Übertragung verfolgen konnte. Gleich zu Beginn des Finalabschnittes war er da - einer dieser berühmten historischen Momente, die den Sport so faszinierend machen.

Was war passiert?

Yuri Prilukov (RUS) schwamm sich in die Geschichtsbücher des Schwimmsports. Der Abschnitt begann mit dem schnellsten Zeitlauf über 1500m Freistil der Männer. Der junge Russe beherrscht die langen Strecken ab 400m Freistil im Becken in Europa schon länger. Heute aber machte er sich auf, den Weltrekord von Grant Hackett (AUS) anzugreifen, der seit dem 7. August 2001 bei unfassbaren 14:10,10 liegt. Dieser Rekord ist oft mit dem Weitsprung-Weltrekord von Bob Beamon im Jahr 1968 verglichen worden.
Grant Hackett schwimmt seit Jahren auf den langen Strecken in einer eigenen Welt - und spätestens seit heute hat er Gesellschaft in dieser Welt bekommen. Für einen neuen Weltrekord reichte es für Prilukov zwar nicht, aber mit 14:16,13 schwamm er die zweitschnellste jemals über diese Strecke geschwommene Zeit und stellte einen neuen Europarekord auf, der auch Down Under für Aufmerksamkeit gesorgt haben wird.

Bei den Damen sorgte die Französin Laure Manaudou einmal mehr für Aufsehen. Sie verbesserte ihren eigenen Weltrekord über 400m Freistil auf nunmehr 3:56,09.

Aus deutscher Sicht war es ebenfalls ein äußerst erfolgreicher Tag (siehe Ergebnis-Übersicht), wobei ich hier besonders die 100m Schmetterling von Antje Buschschulte erwähnen möchte, die einen weiteren Deutschen Rekord über diese Strecke in 0:57,61 aufgestellt hat. (Wenn Buschi jetzt noch das Brustschwimmen lernen würde - was für eine Lagenschwimmerin hätten wir dann... aber das nur am Rande).

Jens Thiele (SVE) konnte sich nicht für das Finale über 100m Lagen qualifizieren. In diesem Semifinale glänzte einmal mehr Peter Mankoc (SLO), den wir hier in Hamburg zuletzt bei den Aquatics sehen konnten.

In diesem Sinne - freuen wir uns noch auf einen tollen Abschlusstag und drücken dem deutschen Team alle verfügbaren Daumen. Einige heiße Eisen hat der DSV ja auch morgen noch im Feuer!


Vorläufe:

Qualifikation fürs Finale geschafft - dürfte das Fazit für Jens Thiele (SVE) nach dem Vorlauf über die 100m Lagen lauten. Nicht mehr aber immerhin auch nicht weniger. Mit seiner Zeit von 0:55,79, die immerhin zu Platz 15 und damit zur Qualifikation für das Semifinale reichte, kann er sicher nicht zufrieden sein. "Ich traue Jens eine Zeit um etwa 0:54,5 im Halbfinale zu. Ob das allerdings fürs Finale reicht, müssen wir sehen", meinte Carsten Gooßes heute beim Mittagessen.

Auch Birte Steven (AMTV-FTV) hatte sich sicher etwas mehr erhofft. Wenn sie auch angesichts der starken Konkurrenz auf ihrer "Nebenstrecke", den 100m Brust nicht unbedingt erwarten konnte, das Finale zu erreichen, waren die 1:09,20 doch sicher langsamer, als erwartet.

Wir freuen uns dennoch auf den heutigen Nachmittagsabschnitt und drücken vor allem Jens die Daumen!

Antje Buschschulte (SC Magdeburg) vollbrachte heute Vormittag übrigens das Kunststück, allein auf weiter Flur, im ersten Vorlauf über 100m Schmetterling, mit 0:58,00 einen neuen Deutschen Rekord zu schwimmen.
In diesen ersten Lauf war sie gesetzt worden, da sie ohne Meldezeit gemeldet worden war. Und so schwamm sie den Konkurrentinnen in diesem Lauf weit davon und schlug schließlich in einer Zeit an, an der sich auch so ausgewiesene Schmetterlings-Spezialistinnen, wie Inge Dekker (NED) oder die große Martina Moravcova (SVK) zumindest in den Vorläufen die Zähne ausbissen.
Wir dürfen mit Spannung erwarten, ob Buschi sich heute Abend noch weiter steigern kann, wenn sie im Semifinale auf wirklich ernsthafte Konkurrenz trifft.

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  Stand: 08.12.2006

 

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