Winter-DM 2006 (Tag 4)

26.11.2006 (ks) So erfolgreich, wie seit vielen Jahren nicht mehr für den Hamburger Schwimmverband. So lautet das Fazit dieser Wintermeisterschaften kurz und knapp zusammen gefasst.

Am letzten Tag schwamm Jens Thiele (SVE) zu seinem zweiten Titel. Mit 2:01,74 verbesserte Jens nicht nur seine persönliche Bestzeit. Er zeigte auch, dass der Deutsche Rekord von Christian Keller (2:01,06) nicht mehr allzu lange Bestand haben wird. "Wenn Jens die 200 Lagen am Donnerstag oder Freitag geschwommen wäre, wäre der Rekord von Keller heute Geschichte," sagte Carsten Gooßes. Die WM-Norm über 200m Lagen verpasste Jens damit zwar knapp, allerdings hatte er sein Ticket für Melbourne bereits über die 200m Rücken und die 4x100m Freistilstaffel gelöst.

Auch Birte Steven (AMTV-FTV) konnte den heutigen Wettkampftag ohne großen Druck angehen, da sie sich ja bereits über 200m Brust für Melbourne qualifiziert hatte. Im schnellsten Zeitlauf über 400m Lagen schwamm sie in 4:55,72 auf den dritten Platz und sicherte sich so die Bronzemedaille.. "Das Delphinschwimmen üben wir noch ein bißchen - dann geht es auch bei den Lagen noch weiter nach vorne," meinte Carsten Gooßes mit einem Augenzwinkern.

Somit haben sich zwei Athleten des Hamburger Schwimmverbandes für die Kurzbahn-Europameisterschaften und vor allem für die Weltmeisterschaften auf der langen Bahn Ende März 2007 qualifiziert.

Auch im Namen des Vorstandes des Hamburger Schwimmverbandes sagt die Redaktion dieser Seiten: HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH!!!

Ähnlich, wie schon bei den Deutschen Meisterschaften im Sommer diesen Jahres, gab es auch an diesem Wochenende recht promintene "Norm-Verpasser". Allen voran sicher die Vize-Weltmeisterin über die 200m Brust, Anne Poleska oder den amtierenden Weltmeister über 50m Brust, Mark Warnecke. Beide verpassten die WM-Norm jeweils nur knapp um 5/100 (Anne), bzw. 8/100 (Mark). Während bei Anne Poleska sicher das insgesamt verpatzte Jahr 2006 eine Rolle spielte, waren es bei Mark Warnecke wohl eher die anders gesetzten Prioritäten, wie er im ZDF-Interview freimütig bekannte.

Neben den beiden für die EM und WM nomierten Athleten, wollen wir an dieser Stelle aber auch Lisa Bronowski (AMTV-FTV) und Doreen Schneider (HSC) hervorheben, die sich ebenfalls für Finalläufe qualifizieren konnten und dabei die eine oder andere persönliche Bestzeit schwammen.

Einige der Hamburger Nachwuchsschwimmer, wie z.B. Sven Thöne und Marcel Luck (beide AMTV-FTV), hatten sich für diese Meisterschaften sicher etwas mehr versprochen. Die Teilnahme an Deutschen Meisterschaften ist jedoch in jedem Fall eine Erfahrung, die für die sportlliche Karriere, die ja noch vor unseren Nachwuchsschwimmern liegt, enorm wichtig sein können.

Insgesamt waren es hervorragende Meisterschaften. Es hat sich wieder einmal ein tolles Hamburger Team präsentiert, das auch in der Halle wie schon zuletzt nicht zu überhören war. Die Erfolge sprechen für sich und für die Entwicklung im Hamburger Schwimmsport. Die Richtung scheint zu stimmen und ein so erfolgreiches Wochenende sorgt dafür, dass auf allen Ebenen in den Vereinen und im Verband mit mindestens dem gleichen Engagement und Elan wie bisher weitergearbeitet wird.

Nehmen wir noch die tollen Erfolge der Hamburger Mannschaften bei den diesjährigen DMS, dann sehen wir, dass der Hamburger Schwimmsport wieder auf dem Weg an die absolute Spitze in Deutschland ist. Und nach der unmaßgeblichen Meinung des Autoren dieser Zeilen gehört der Hamburger Schwimmsport auch genau dort hin!

An dieser Stelle möchten wir uns auch einmal beim tollen Hamburger Trainerteam unter der Leitung von Carsten Gooßes bedanken. Ganz offensichtlich machen die Jungs einen Klasse-Job, wie es so schön heißt.

Mitte Dezember werden Jens Thiele und Birte Steven bei den Kurzbahn-Europameisterschaften in Helsinki an den Start gehen.

Wir drücken den beiden die Daumen und werden Sie, liebe Leser, an dieser Stelle über die Ergebnisse unserer Athleten informieren.


Vorläufe:

Mit der schnellsten Vorlaufzeit in 2:06,09 hat sich Jens Thiele (SVE) für das Finale über 200m Lagen der Männer heute Nachmittag qualifiziert.
"Die Jungs haben sich in den Vorläufen noch ziemlich zurückgehalten, was aber angesichts der frühen Stunde auch normal und in Ordnung ist," analysierte Carsten Gooßes die Ergebnisse der Vorläufe. "Ich wäre mit einer Zeit von 2:02 sehr zufrieden. Und wenn Jens heute Nachmittag richtig gut drauf ist, ist vielleicht auch die WM-Norm drin," so der Hamburger Chefcoach weiter.
Die WM-Norm für die 200m Lagen liegt übrigens bei 2:01,55 und damit nur eine halbe Sekunde über dem aktuellen Deutschen Rekord von Christian Keller, der als ZDF-Experte im Stadionbad von Hannover weilt.

Auch Birte Steven (AMTV-FTV) wird heute Nachmittag noch einmal ins Wettkampfgeschehen eingreifen. Sie startet im schnellsten Zeitlauf über 400m Lagen.
Mit Nicole Hetzer (Wacker Burghausen), Annika Mehlhorn (Baunatal), und Katharina Schiller (Hildesheim) starten in diesem Lauf fast alle der stärksten deutschen Lagenschwimmerinnen der letzten Jahre. Dabei genießt Nicole Hetzer einen Bonus, da sie die WM-Normzeit bereits bei der EM in Budapest deutlich unterboten hat. Sie muss also "nur" erste oder zweite in diesem Lauf werden, um sich für die 400m Lagen in Melbourne zu qualifizieren.

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