hsv-logo.gif (2033 Byte) Nachwort* zur Europameisterschaft der Masters in Stockholm

Ein grandioses Fest der Masters Europas

von Eckehard W. Gebauer

Im August haben in Stockholm/Schweden die Europameisterschaften der Masters im Schwimmen, Wasserspringen und Freiwasser-schwimmen stattgefunden. Auf dieser Mammut-veranstaltung waren über 3.700 Aktive aus 30 Ländern angetreten um in über 11.000 Starts ihre Europameister zu finden. Der DSV stellte dort die größte und erfolgreichste Mannschaft. Die Wasserballer tragen ihre Europa-meisterschaft zur Zeit in Odense/Dänemark aus und die DSV-Aktiven sind auch dort auf gutem Wege zum Erfolg.

Die Europameisterschaft zeigt, wie beliebt der Schwimmsport bei den „Alten“ ist. Die älteste Teilnehmerin in Stockholm war 95 Jahre alt.

Abb.1: Eckehard W. Gebauer – nach seinen 50m Brust im sbadet

Bei uns in Deutschland sind ca. 20.000 Mastersschwimmer beim DSV registriert. Die Masters stellen ein wichtiges Mitgliederpotential innerhalb unserer Landesverbände dar. Unsere Gesellschaft wird nun mal älter und mehr als 250.000 Mitglieder der Schwimm-vereine im DSV sind über 18 Jahre alt. Viele junge Schwimmer (das gilt für andere Sportarten genauso) treten aus den Vereinen aus, weil die Motivation nachlässt, Trendsportarten attraktiver erscheinen oder Ausbildung und Beruf ihre Zeit fordern. Mit 25 Jahren kann man bei den Masters international starten, in Deutschland bereits ab 20 Jahren. Diese nationale Festlegung hat sich in der Praxis bewährt. Sie eröffnet vielen Schwimmern die Perspektive, ihren Sport weiter zu betreiben und sich in Wettkämpfen zu messen.

Viele ehemalige Leistungsschwimmer, Wasserballer, Springer und Synchronschwimmer, die sich nicht unter den Badegästen der öffentlichen Schwimmbäder zuhause fühlen, beteiligen sich an den Mastersveranstaltungen und beleben die Wettkampfszene. Aber weit mehr Schwimmerinnen und Schwimmer finden zum Masterssport, weil sie in der Jugend nicht schwimmen durften, ihr Leistungspotenzial nie ausgeschöpft haben oder einfach immer gerne schwimmen wollten. So ist für die einen

Masterssport Leistungssport mit entsprechend intensivem Training, für die anderen steht die gesundheitsorientierte, aktive Freizeitgestaltung im Vordergrund. Hier wollen und werden die Fachsparten Masters und Breiten, Freizeit & Gesundheitssport (kurz BFG) in Zukunft auch gemeinsame Wege gehen, um altersgerechte Angebote im Bewegungsraum Wasser zu erarbeiten.

In einigen Landesverbänden werden Landes-meisterschaften in Verbindung mit Masters-meisterschaften ausgeschwommen. Hier wird die übergreifende Idee des Schwimmens junger Schüler bis zu den reifen Rentnern realisiert und es wächst der gegenseitige Respekt vor den Leistungen jeden Alters.

Als Vizepräsident im DSV bin ich zuständig für die Fachsparte Masters und freue mich ganz besonders über das gute Abschneiden unser Mastersmannschaft in Stockholm. Ich habe die Tage in Stockholm sehr genossen und bin als einer unter mehr als 1.000 deutschen Masters dort an den Start gehen. Dabei fühle ich mit all den vielen, die sich über ihre eigenen Bestzeiten freuen und wie ich die Medaillengewinner „vor sich her getrieben haben“.

Europas Masters haben ein grandioses Fest gefeiert. Die Schweden waren tolle Gastgeber, unterstützt von den Vertretern des LEN Masters Committees. Mir fiel auf, dass alle Offiziellen, alle Kampfrichter immer ansprechbar waren, jede Frage, wurde sie auch noch so oft gestellt, geduldig beant-worteten und angenehm unaufgeregt waren. Denn auch Masters sind trotz aller Wett-kampferfahrung vor dem Start aufgeregt, verwechseln schon mal ihren Lauf und finden doch noch nachsichtige Schiedsrichter, die den Fehler wieder ausbügeln. Für all das gilt mein Dank den Organisatoren, den vielen Helfern und unserer tollen DSV-Mastersmannschaft um Marianne Papendieck.

Nach dem Wettkampf ist vor dem Wettkampf. Nächstes Jahr ist die Weltmeisterschaft in den USA, in Stanford (Kalifornien). Wir werden wieder eine große erfolgreiche Mannschaft stellen. Ihr

Eckehard W. Gebauer

*) Editorial für die Zeitschrift schwim&more

Dieses so optimistischen Editorial zum EMM05-Heft der ‚swim&more’, konnte ich nicht umhin einmal als Ausgleich für die oft so kritischen bis klagenden Beiträgen auf diesen Seiten einzusetzen. gk

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